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BELTEZ – TOD:PART1 – REVIEW BY METAL.TM | 8/10

BELTEZ – TOD:PART1 – REVIEW BY METAL.TM | 8/10

BELTEZ ist wohl ein Name, der auch unter den Hardcore Black Metal Fans nur den wenigsten geläufig sein wird. Nicht umsonst bezeichnen sich die Deutschen selber als tiefsten Underground. Doch dies mag auch damit zu tun haben, dass mittlerweile neun Jahre seit der letzten Aktivität der Band vergangen sind, namentlich dem Release des zweiten Albums „Selbstmord“. Nun steht mit „Tod Part 1“ ein Drittling ins Haus und die berechtigte Frage ist, was man von solch einer Band überhaupt erwarten kann und darf?

Diese Frage beantworten BELTEZ ziemlich schnell und ziemlich klar selber. Bereits der Opener „Das Schwarze Grab“ gibt den Weg, den „Tod Part 1“ in den nächsten knapp 45 Minuten gehen wird, klar vor. Hier regiert pechschwarzer, kalter Black Metal, der sich – ganz getreu seiner Underground Stellung – jederzeit seiner Wurzeln in den 90ern bewusst ist, sich aber nicht hilflos rückwärtsgewandt gibt. Dies merkt man ziemlich schnell an der gelungenen Produktion, die viel Raum für den „klassischen“ Black Metal Stil bietet, aber dennoch genügend druckvoll und klar daherkommt, sodass man nicht das Gefühl hat, BELTEZ biedern sich hier einer Zeit an, die sich nichts mehr angeht.
Allgemein schaffen es die Deutschen angenehm unpeinlich rüberzukommen, was beim Anblick des Albumtitels und -covers so nicht unbedingt zu erwarten ist. Doch „Tod Part 1“ ist durchgehend ein rabenschwarzer, ernstzunehmender Brocken, der klassischen Black Metal mit DSBM vermischt und musikalisch jedem Freund dieser Musikrichtung munden dürfte.

Dies hat eindeutig mit den vielfältigen Einflüssen zu tun, die BELTEZ auf diesem Album verarbeiten. Einerseits kann man klar die klassischen Einflüsse von BURZUM und DARKTHRONE raushören, andererseits erinnert die Riff- und Melodieführung aber auch an die deutschen Großmeister von LUNAR AURORA oder moderneren Vertretern wie LYCHGATE, TOTALSELFHATRED oder die Schweden von SILENCER. Durch die gute Tempovariationen und die teilweise wahrhaft fantastisch geratene Melodieführung, die wirklich jeden Song aufwertet, schaffen BELTEZ den Spagat zwischen 90er Black Metal und DSBM richtig stark und sie scheuen sich auch nicht, mal die eine oder andere getragenere Passage einzubauen, bei der sogar ein Klavier zum Einsatz kommt, wie im wirklich gelungenen „Selbstmord“, das den Hörer zehn Minuten lang fantastisch durch schwarze Gänge zu hetzen weiß und mit einer unglaublichen Dynamik aufwartet.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist der fantastische Gesang von Sänger Gezuecht. Irgendwo zwischen SILENCER, BETHLEHEM und weniger extremen Vertretern wie STERBEND anzusiedeln, ist der gequälte, hohe Kreischgesang im Endeffekt das Highlight dieser Platte, ohne den starken Rest abzuwerten. Doch die Dynamik und perfekte Symbiose mit der Musik macht den Gesang zu einem selten gehörten Highlight, das BELTEZ auch klar eine kleine Einzelstellung im Genre zukommen lässt. Im Endeffekt ist beeindruckend, was für eine dichte, mitreißende und äußerst – man muss es leider sagen – „true“ Atmosphäre BELTEZ hier mit vermeintlich einfachsten Mitteln erschaffen. So zeigen die Deutschen, dass es für guten Black Metal nicht mehr als ein gutes Verständnis dieser Musik und ein bisschen Können braucht, sodass im Endeffekt ein kleines Juwel wie „Tod Part 1“ herauszuspringen vermag. BELTEZ melden sich nach neun Jahren beeindruckend zurück (waren sie denn jemals richtig hier) und legen kurz vor Jahresende noch eine sehr positiven Überraschung im Bereich des DSBM an den Tag, das jedem Black Metal Fan empfohlen werden kann. (Autor: Tizian C.)

Fazit:

„Tod Part 1“ ist eine tolle Überraschung zum Jahresende hin. Die deutschen von BELTEZ kehren nach neun Jahren in der Versenkung zurück und bieten dem Fan auf ihrem Drittling sehr starken, klassischen aber mitreißenden DSBM, der mit einem fantastischen Sänger und starker Dynamik auftrumpft. Hier sollte jeder Genre-Fan reinhören, denn „Tod Part 1“ ist Black Metal durch und durch und dürfte für die eine oder andere tolle, depressive Winternacht sorgen. Und schlussendlich kann man nur darauf hoffen, dass BELTEZ nun nicht wieder neun Jahre verschwinden, denn die Band hat das Potential, sich einen festen Platz in der deutschen Szene zu erarbeiten.
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